FeedMikado
GeschichteBrockhaus 1882

Mikado, in der ältern Form Mikoto, d. i. Gebieter, der Titel des gegenwärtigen Beherrschers von Japan, Mutsu-Hito, den schon alle Vorfahren desselben, von dem Stifter des Reichs, Zin-Mu-Ten-Wo (660 v. Chr.), an, geführt haben. Dieser Titel ist gleichbedeutend mit Kaiser. Da die M. auch höchste Priester der herrschenden Landesreligion, des Sin-to, waren, so entstand, nachdem Minamoto-⸗no-Jjeiasou 1603 zu der 1192 gestifteten Würde des Oberfeldherrn (Dei i Sgogun) gelangt und Gründer jener merkwürdigen, bis 1867 dauernden Staatsverfassung von Japan geworden war, welche die ganze exekutive Macht in die Hände des Sgogun legte, in Europa der keineswegs richtige Gebrauch, den Sgogun als weltlichen, den M. dagegen als geistlichen oder spirituellen Kaiser von Japan zu bezeichnen. Der Palast, den Zin-Mu-Ten-Wo sich bei der Gründung des Reichs zu Kasiwabarg in Jamato auf Nipon baute, wurde Dairi genannt, welcher Name den Wohnungen seiner Nachfolger verblieb und auch auf ihren fürstl. Bewohner übertragen wurde, sodaß man häufig, namentlich bei europ. Schriftstellern, M. und Dairi als gleichbedeutend findet. (S. Japan.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 708Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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