Miller (Joh. Mart.), Romanschriftsteller und Liederdichter, geb. zu Ulm 3. Dez. 1750, gehörte in Göttingen, wo er seit 1770 Theologie studierte, zu dem von Boie gegründeten Göttinger Dichterbund (. d.). Nachdem M. dann kurze Zeit Leipzig beucht, kehrte er 1775 nach Ulm zurück und wurde Biar am Gymnasium, 1780 Pfarrer zu Jungingen bei Ulm, Professor am Gymnasium zu Ulm, wo er als Dekan und geistlicher Rat 21. Juni 1814 starb. Großes Aufsehen machte gleich sein erster Roman Siegwart, eine Klostergeschichter (2 Bde., Lpz. 1776 u. öfter), der, durch Goethes „Werther » veranlaßt, fast nur in der Schilderung weicher und schwärmerischer Gefühle besteht. M. selbst schrieb noch Romane in derselben sentimentalen Richtung, doch bei weitem größer noch war die Zahl meist unberufener Nachahmer. M.s lyrische „Gedichter (Ulm 1783), darunter mehrere geistliche Lieder, tragen denselben Charakter der Milde und Weiche wie seine Romane an sich. Vgl. Prutz, «Der Göttinger Dichterbund (Lpz. 1841).