Boie (Heinr. Christian), in der Geschichte der deutschen Litteratur rühmlich bekannt, geb. 19. Juli 1744 zu Meldorf in Süderdithmarschen, Sohn des dortigen Predigers, der 1757 nach Flensburg als Diakonus kam, studierte 1764—67 in Jena die Rechte und ging 1769 nach Göttingen; 1776 wurde er Stabssekretär in Hannover, kehrte aber 1781 als dän. Justizrat und Landvogt in Süderdithmarschen nach seinem Geburtsort zurück und starb daselbst 3. März 1806. Voll Begeisterung für die Sache der deutschen Poesie, und selbst Dichter, vereinigte er sich mit Gotter 1770 zur Herausgabe des ersten deutschen Musenalmanacho, den er, nach des letztern Abgang von Göttingen, von 1771 bis 1774 allein fortsetzte. Gleichzeitig war B. der Mittelpunkt, um den sich ein Kreis junger Dichter sammelte, wie Bürger, Voß, Hölty, Miller, die Gra⸗ — Stolberg, Pahn, Cramer u. a., welche durch as Studium des klassischen Altertums angefeuert und von Liebe für das Vaterländische beseelt, den Göttinger Dichterbund (s. d.) bildeten. Vgl. Nach⸗ „Der Göttinger Dichterbunde (Lpz. 1841). Nachdem B. die Herausgabe des 4 usenalmanach an Voß abgetreten, gründete er 1776 mit Dohm das Deutsche Museum v, eine der 18. Japth. und gehaltreichsten Zeitschriften des 18. Jahrh., die er von 1778 bis 1791 (von 1789 an unter dem Titel MNeues deutsches Museumo) allein Beran zr Vgl. Weinhold, Heinr. Christian B. Beitrag zur Ge⸗ (Pale der deutschen Litteratur im 18. Jahrh.»