Müller (Friedr.), bekannt unter dem Namen Maler Müller, gleichzeitig Maler, Kupferstecher und Dichter, geb. 13. Jan. 1749 zu Kreuznach, war zuerst in herzogl. zweibrückischen Diensten und ging 1778, nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Mannheim, nach Rom, wo er 1779 zur kath. Religion übertrat und sich der Forschung über die Stadt Rom widmete, in welcher er auch den Fremden der trefflichste Führer war. Er starb daselbst 23. April 1825. M. lenkte zuerst die Aufmerksamkeit auf sich durch die Herausgabe mehrerer Sammlungen radierter Blätter von Tieren, Kompositionen in niederländ. Geschmack, Hirtenscenen u. s. w. In Rom aber verfiel er später ins Üübertriebene. Als Dichter ist M. ein Vertreter der Sturm⸗ und Drangperiode. Seine ersten Gedichte, wie 4Bacchidon und Milono (1774), Der Satyr Mopsusv (Frankf. u. Lpz. [Mannheim!] 1775) und «Adams erstes Erwachen und erste selige Nächtes (Mannh. 1778), wurden anfangs nur mit geteiltem Beifall aufgenommen. Erst später, als er seine Gesammelten Werkes (3 Bde., Heidelb. 1811; neue Aufl. 1825) veröffentlichte, wurde sein Verdienst gebührend anerkannt. Unter seinen Idyllen findet man vortreffliche Naturstücke, wie z. B. «Ulrich von Koßheimo, „Die Schafschurs und Das Nußkerneno, die sich vorteilhaft von Geßners zierlich-sentimentalen Schilderungen unterscheiden. Seine Dramen Faustv (1778; neu herausgeg. von Seuffert, Heilbr. 1881) und 4Genoveva » haben neben Goethes und Tiecks Bearbeitungen einen eigenen Wert. Mis letzte Werke, z.B.«Adonis, die klagende Venus und Venus Urania, eine Trilogie 615. 1825) trugen zur Erhöhung seines Ruhms nicht bei. Eine Auswahl aus Mes poetischen Werken gab Hettner (2 Bde., Lpz. 1868), eine Nachlese Hans Graf orck (Jena 1873) heraus. Vgl. Seuffert, Maler M.» (Berl. 1877).