Müller (Joh. Gottwerth), nach seinem Wohnsite gewöhnlich Müller von Itzehoe genannt, einer der gelesensten deutschen Romandichter in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrh., geb. zu Hamburg 17. Mai 1743, war früher Buchhändler zu Itzehoe in Holstein, gab aber 1772 den Buchhandel auf und lebte nun als Privatgelehrter daselbst, im Genusse einer Pension des Königs von Dänemark, bis zu seinem Tode, 23. Juni 1828. Unter seinen ungemein zahlreichen, hauptsächlich nach Smolletts und Fieldings Muster gearbeiteten Romanen sind die namhaftesten: »Siegfried von Lindenbergv (Hamb. 1779; neueste Aufl., 3 Bde., Jena 1830) und die «Komischen Romane aus den Papieren des braunen Mannes» (8 Bde., Gött. 1784—91). M. schildert alltägliche Lebensverhältnisse mit Wahrheit und Behaglichkeit, oft auch mit Witz und Derbheit. Mangel an lebendiger Darstellung nahmen in seinen spätern Schriften immer 9—— überhand. Vgl. Schröder, (M. nach seinem Leben und seinen Werken» (Hamb. 1843).