Milon von Kroton, ein durch seine Körperstärke berühmter Athlet, lebte nach Herodot um 520 v. Chr. zur Zeit des Darius Hystaspis. Er war berühmt als Sieger in griech. Festspielen und der Held vieler sagenhafter Geschichten. So soll er einmal einen lebendigen Stier zu Olympia auf den Schultern durch die Rennbahn getragen, ein andermal den Einsturz des Gebäudes, in welchem Pythagoras mit seinen Schülern versammelt war, dadurch verhindert haben, daß er an Stelle der wankenden Säule trat, bis sich alle gerettet hatten. Er fand sein Ende, als er einst in einem Walde einen starken Baumstamm auseinanderreißen wollte, dabei aber die Hände sich einklemmte und so im hilflosen Zustande eine Beute wilder Tiere wurde.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 731Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei