Mimik (grch.) ist die Kunst, durch Mienen und Geberden die Zustände des Gemüts lebensvoll und bezeichnend auszudrücken. Sie ist für den Redner wichtig, am unentbehrlichsten aber für den dramatischen Darsteller. Bei den Alten hielt sich die M. innerhalb streng plastischer Grenzen, der Gesichtsausdruck wurde ersetzt durch die dem darzustellenden Charakter entsprechende typische Maske; die M. als individuell lebendiger Gesichtsausdruck wuchs erst mit der schärfer individualisierenden Kraft des modernen Dramas empor. Ihr Ziel ist vollste Naturwahrheit, aber gehoben und getragen von Maß und Schönheitssinn; die Regeln der M. sind daher verschieden je nach den Dichtformen, anders in der Posse, anders in der hohen Tragödie. Vgl. Engel, „Ideen zu einer M.» (2 Bde., Berl. 1804).