Mimose oder Sinnpflanze (Mimösa 4dans.) eißt eine zur Familie der Leguminosen gehörende flanzengattung, welche tropische Bäume und Sträucher enthält, deren Blätter zweizählig, fingerig oder doppelt gefiedert sind, und deren kleine weiße oder rosenrote Blüten mit trichterförmiger, 4—5spaltiger Blumenkrone und etwa 15 langen, iehen. Am Staubgefäßen in kugeligen Köpfchen tehen. Am bekanntesten ist die schamhafte Mimo se oder Sensitive (. pudica L.) wegen der starken Reizbarkeit ihrer Blätter. Diese besitzen vier ziemlich fingerförmig gestellte Fiedern, deren zahlreiche kleine Blättchen sich bei der Berührung sogleich aufwärts aneinanderlegen; bei wiederholter oder stärkerer Berührung legen sich auch die Blättchen der benachbarten Fiedern zusammen, dann senken sich die ganzen Fiedern hinunter und endlich biegt sich auch der gemeinschaftliche Blattstiel Lerabsodaß das ganze Blatt dann wie verwelkt herabhängt. Wird der ganze Stamm erschüttert, so zeigen alle Blätter dieselbe Erscheinung plötzlich. Nach einiger Zeit richten sich die Stiele wieder auf, und die Blättchen breiten sich wieder aus. Wegen dieses Phänomens wird die Pflanze bei uns häufig in Gewächshäusern, doch meist einjährig kultiviert. Aber auch viele andere Arten zeigen diese Reizbarkeit der Blätter in hohem Grade, die empfindliche Mimose (M. sensitiva), die keusche Mimose (M. casta), die sittige Mimose (M. pudibunda), die träumende Mimose (M. somnians), die zuckende Mimose (M. palpitans), die lebendige Mimose (M. viva) u. s. w., ja in geringerm Grade kommt diese Eigenschaft fast bei allen Arten dieser Gattung vor. Der Sitz der Bewegung der Blättchen und Blätter ist das am Grunde der Haupt⸗ und Nebenblattstiele befindliche Blattstielpolster, in welchem durch Turgescenzänderungen in den Geweben der Ober⸗ und Unterseite Krümand Re hervorgerufen werden. (Vgl. Turgor und Reizbewegungen.)