FeedM. in Wasser oder verschiedenen Säuren
NaturlehreBrockhaus 1882

M. in Wasser oder verschiedenen Säuren, um dabei erfolgende Gasentwickelungen, um Abscheidung einzelner Bestandteile (3. B. Schwefel, Kieselsäure); die weder in Wasser noch in Säuren löslichen oder zersetzbaren M. müssen mit andern Substanzen zusammengeschmolzen werden, um sie dadurch löslich und der Analyse zugänglich zu machen. Für die Kenntnis der chem. Zusammensetzung der M. ist vor allem Rammelsbergs Handbuch der Mineralchemier (2. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1875) wichtig; für die Bestimmung der M. leisten von Kobells Tafeln zur Bestimmung der M.» (12. Aufl., herausg. von Oebbeke, Münch. 1884) gute Dienste. Mineralindigo ist eine blaue, kaum zur Anwendung gekommene Farbe genannt, welche aus molybdänsaurem Molybdänoxyd besteht. Mineralkermes, s. Kermes (mineralischer). Mineralmohr, s. unter Mohr (Präparate). Mineralogie nennt man den Teil der Naturgeschichte, welcher sich mit der Beschreibung der Mineralien (s. d.) beschäftigt, wobei dieselben bald nur im engern Sinne, nach ihren Eigenschaften und ihrem gegenwärtigen Wesen, bald auch im weitern Sinne, nämlich zugleich nach ihrer Entstehung und Umbildung, betrachtet werden können. Die wissenschaftliche Behandlung der M. ist schon darum sehr neuen Ursprungs, weil sowohl Chemie als Krystallographie erst in neuerer Zeit jenen Grad der Ausbildung gewonnen haben, der für konsequente Durchführung genauer Charakteristiken und auf Gestalt und chem. Konstitution gebauter Systeme nötig ist. Die Alten, 3. B. Plinius, kannten und unterschieden nur wenige Mineralien und beschrieben sie unvollständig. Die ersten Versuche wissenschaftlicher Behandlung machte Georg Agricola im 16. Jahrh. Indes sind die Systeme der Schweden Wallerius (1772) und Cronstedt (1758) die ersten, welche diesen Namen verdienen; während der erstere rein chemisch klassifizierte, räumte der zweite auch den äußern Kennzeichen ihr Recht ein. Die Bearbeitung dieser letztern ist das besondere Verdienst Abraham Gottlob Werners (s. d.), dem wir die sog. empirische Methode der Mineralbeschreibung verdanken, die von bestimmten theoretischen Ansichten ganz unabhängig und darum noch gegenwärtig in ihren Grundzügen in Gebrauch ist. Sein System war weder chemisch noch physikalisch konseguent; man findet es am ausführlichsten in Hoffmanns Handbuch der M.v (4 Bde., Freiberg 1811—18). Allerdings gewannen aber auch erst nach Werner sowohl die Chemie als die Krystallographie die gegenwärtige wissenschaftliche Form, und Hauy (s. d.) war der erste, der seine mathem. Untersuchungen über Krystallformen zur Aufstellung eines Systems anzuwenden versuchte. Seitdem haben die Mineralogen in der Systematisierung zwei wesentlich verschiedene Wege verfolgt. Die einen stellen die morpholog. und physik., die andern die chem. Kennzeichen an die Spitze. Die erste, die sog. naturhistor. Methode, Ia vor allen Mohs (J. d.) mit seinen Anhängern ameson, Allan, Haidinger, Zippe u. a. kultiviert, welche dadurch zwar außerbidentlich viel zur Förderung der Lehre von den äußern Kennzeichen beitrugen, andererseits aber auch eine fast gänzliche Vernachlässigung der Kenntnisse von dem chem. Wesen der Mineralien verschuldeten. Auch das System von Breithaupt (s. d.) ist ein naturhistorisches. Diesen gegenüber steht mit rein chem. Klassifikation Berzelius (s. d.), dem von Kobell und Blum sich anschließen. Indes haben die wichtigen Entdeckungen über den Zusammenhang zwischen Gestalt und Mischung nur zur Befestigung der schon längst von vielen Mineralogen gehegten Ansicht beigetragen, daß völlige Einseitigkeit verwerflich und eine genügende Klassifikation nur unter gleichzeitiger Berücksichtigung beider Klassen von Kenn-WDeuda zu erreichen sei. Die Systeme von Leonhard, Beudant, Weiß, Naumann und Geinitz verfolgen sämtlich diesen Weg mit mehr oder weniger Glück, während das krystallo ⸗chem. System von G. Rose mehr in erster Linie die chem. Konstitution betont und deshalb auch die Beziehungen des Isomorphismus noch besser berücksichtigen kann. Gerade wegen des letztern Umstandes hat man in neuester Zeit den Klassifikationsversuchen, welche vorwiegend die chem. Zusammensetzung der Mineralien ins Auge fassen, den größten Beifall geschenkt. Vgl. von Kobell, «Geschichte der M.y (Münch. 1864). Als die besten Lehrbücher der M. gelten: D. Dana, A system of mineralogy (5. Aufl., Lond. 1868, nebst drei Nachträgen); Des Cloizeaux, „Manuel de minéralogies (Par. 1863); Naumann, Elemente der M.» (12. Aufl., herausg. von Zirkel, Lpz. 1885); Quenstedt, «Handbuch der M.» (3.Aufl., Tüb. 1877); Groth, Tabellarische übersicht der Mineralien nach ihren krystallographisch-chem. Beziehungend (2. Aufl., Braunschw. 1882).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 744Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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