Minutoli (Julius, Freiherr von), preuß. Staatsbeamter, bekannt durch seine Schriften über die Pyrenäische Halbinsel, Sohn des vorigen, geb. 30. Aug. 1804 zu Berlin, wurde 1830 Kammergerichtsassessor zu Koblenz und schrieb hier Küber das röm. Recht auf dem linken Rheinufer » (Berl. 1831). Im J. 1832 wurde er Rat bei der Regierung zu Posen, 1839 Polizeipräsident dieser Stadt und Landrat. Hierauf arbeitete er im Ministerium des Innern, bis er 1843 wieder als Polizeipräsident nach Posen zurückkehrte. Von Posen als Polizeipräsident nach Berlin berufen, trat er nach Ernennung zum Rate erster Klasse infolge der Bewegungen 1848 von seinem Posten zurück. Seit März 1851 Generalkonsul für Spanien und Portugal, sammelte er die Materialien zu den Werken: „Spanien und seine fortschreitende Entwickelungo (Berl. 1852), «Portugal und seine Kolonien im J. 1854 (2 Bde., Stuttg. 1855), «Altes und Neues aus Spanieno (2 Bde., Berl. 1854), Die Canarischen Inseln, ihre Vergangenheit und Zukunfto (Berl. 1854). Im J. 1860 ging M. als preuß. Gesandter nach Teheran, wo er 10. Mai akkreditiert wurde. Auf einer Reise durch das südl. Persien begriffen, starb er 5. Nov. 1860 in einem Karawanserai, eine Tagereise von Schiras, woselbst er auf dem armenischen Kirchhofe begraben wurde. Sein älterer Bruder, Adolf, Freiherrvon M., geb. 1802, bildete sich praktisch als Jurist, Kameralist und Diplomat aus und folgte 1843 einem Ruf als Hofmarschall nach Meiningen, wo er sich um Hebung des Theaters verdient machte und durch Gründung einer Zeichenschule für das Gebirge die sonneberger Industrie einer mehr künstlerischen Entwickelung entgegenzuführen suchte. Er wurde 5. April 1848 meuchlerisch erschossen.