FeedMinutoli (Heinr., Freiherr Menu von)
GeschichteBrockhaus 1882

Minutoli (Heinr., Freiherr Menu von), Reisender und Altertumsforscher, geb. zu Genf 12. Mai 1772, trat in preuß. Kriegsdienste, wurde im Feldzuge am Rhein bei Bitsch 1793 schwer verwundet, kam dann als Lehrer an das Kadettenkorps zu Berlin und wurde später unter Erhebung zum Generalmajor zum Gouverneur des Prinzen Karl erwählt. Seine Liebe für die Altertumskunde veranlaßte ihn 1820—22 zu einer Expedition nach Agypten, welche von der preuß. Regierung unterstützt wurde. Ein großer Teil seiner Sammlungen ging jedoch an der Küste der Nordsee im Schiffbruch verloren; ein anderer, noch immer sehr bedeutender Teil wurde nebst M.s übrigen Sammlungen vom König von Preußen angekauft. Später nahm M. als Generallieutenant seine Entlassung und zog sich auf seine Besitzung bei Lausanne zurück. Er starb 16. Sept. 1846. Außer seinem Hauptwerk, der «Reise zum Tempel des Jupiter Ammon und nach Oberägypteno (Berl. 1824, mit Atlas; Nachträges, Berl. 1827), veröffentlichte er unter anderm die histor. Schriften: Beiträge zu einer künftigen Biographie Friedrich Wilhelms III.» (Berl. 1843), «Der Feldzug der Verbündeten in Frankreich 17925 (Berl. 1847),Militärische Erinnerungenv(Berl. 1845). Der Archäologie gehören an: «über antike Glasmosaiko (Berl. 1817), «über die Anfertigung und Nutzanwendung der farbigen Gläser bei den Alteno (Berl. 1836) u. s. w. Seine Gattin, Wolfradine, Freifrau von M., geb. 1. Febr. 1794, geborene Gräfin von der Par. 1826; deutsch von Gersdorf, Lpz. 1829) und starb zu Berlin 22. Nov. 1868.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 756Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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