Missionspriester heißen in der kath. Kirche die zu eigenen Kongregationen verbundenen Priester, welche sich der Aufgabe widmen, Nichtchristen und Nichtkatholiken zu bekehren. Die hauptsächlichsten dieser Vereine sind die Priester der Mission, die durch Vincent de Paula in das Leben traten (s.Lazarus), ferner die Missionspriester von der Kongregation des heiligen Sakraments, auch Missionare der Klerisei genannt. Ihr Stifter war der Bischof Authier zu Avignon (1632); Innocenz X. bestätigte sie (1647) mit der Befugnis, die Missionen und deren Seminare zu verwalten. Im J. 1790 wurden sie zwar aufgelöst, sie bestehen aber jetzt wieder in früherer Thätigkeit. Ihre Kleidung ist die gewöhnliche der Priester. Ebenso kleiden sich die Missionspriester von der Kongregation Jesus und Maria, nach ihrem Stifter, dem Priester Eudes, auch Euditen oder Eudisten (s. d.) genannt. Die Missionspriester des Heiligen Geistes entstanden 1701 durch die Kleriker Desplaces, Vincent le Barbier und Henri Garnier in Paris und treiben mit besonderm Eifer die Missionen in Asien, Afrika und Amerika. Sehr bemerkenswert sind endlich die Missionspriester von Frankreich durch ihren Ketzereifer gegen die Protestanten und ihre ultramontan-polit. Bestrebungen. Sie wurden von Abbé Legris-Duval, Rausan, de Forbin-Janson zum Zwecke der Mission für alle franz. Provinzen gestiftet und von Ludwig XVIII. 1816 gesetzlich bestätigt.