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ErdkundeBrockhaus 1882

Mississippi (indianisch missi, groß, und sepe, Wasser oder Fluß), der größte Strom Nordamerikas und nächst dem Amazonenstrom, Nil und Congo der größte der Welt. Obschon seine Quellen bereits 1541 von dem Spanier de Soto entdeckt waren, hat der Amerikaner Schoolcraft sie doch erst 1832 in Minnesota (s. d.) aufgefunden. Dieselben liegen unter 47 34 nördl. Br. und 95 2“ westl. L. und fließen als Bäche in den Itaska-Lake. Aus diesem läuft der M. nördlich in den Pemidji-Lake, wo er sich mit seinem andern Quellflusse vereinigt. Von hier aus fließt er durch mehrere Seen ostwärts, strömt dann in unzähligen Windungen durchgängig südwärts durch eine der ausgedehntesten Tiefebenen der Erde und wälzt seine ungeheuere Wassermasse unterhalb Neuorleans durch fünf Mündungsarme, von denen der South-Paß der bedeutendste ist, in den Golf von Mexiko. Von seinen Quellen bis zu seiner Mündung beträgt seine Länge 6720 EKm, sein Stromgebiet 3221800 qkm. Er fließt durch oder berührt die Staaten: Minnesota, Jowa, Missouri, Arkansas, Louisiana und Wisconsin, Illinois, Kentucky, Tennessee, Mississippi. Seine größten Nebenflüsse sind: der Missouri, Ohio, Arkansas und Red-River; außerdem erhält er noch Zufluß durch den Minnesota, Jowa und Des Moines auf der rechten und durch den Wisconsin und Illinois auf der linken Seite. Die bedeutendsten Städte an demselben sind: Minneapolis, St.⸗Paul, Lacrosse, Dubuque, Davenport, Burlington, Keokuk, Quincy, Hannibal, St.⸗Louis, Cairo, Memphis, Vicksburg und Neuorleans. Bei St.⸗Louis ist der M. 1070, bei Cairo 1200, bei Neuorleans 760, zwischen Cairo und der Mündung des Red-River im Durchschnitt 1340, unterhalb des Red-River durchschnittlich 1020 m breit. Zwischen Cairo und Memphis ist seine geringste Tiefe 1, zwischen Memphis und Red-River 1,3 und zwischen Red-River und Neuorleans 4,m. Der Unterschied zwischen hohem und niederm Wasserstand ist bei Cairo 15, bei Memphis 10, bei Vicksburg 16 und bei Neuorleans 4 m. An der Mündung bildet er ein Delta, welches etwa 31860 umfaßt; ein Drittel hiervon ist ein Seemorast, zwei Drittel liegen über dem Wasserspiegel des Golfs. d Zwischen Cairo und dem Golf fließt der M. durch l eine Alluvialebene, welche 960 Km lang und 40— 130 Km breit ist. Diese ist meist niedriger als die l Oberfläche des Wassers und wird oft überschwemmt, trotzdem die Ufer durch sog. Levees geschützt sind. Sandbänke erschweren die Schiffahrt bei der Mün-3 dung ganz bedeutend. In dem South-Paß wird e deshalb auf Kosten der Vereinigten Staaten ein 9m tiefer Kanal hergestellt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 767Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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