Moiré, Mohr, Moor, gewässerte Zeuge (frz. moiré, étoffe moiréëe; engl. moreen, tabby) Gewebe aus Seide oder Kammwolle (insbesondere Gros de Naples und Berkan), welche durch ein entsprechendes Appreturverfahren eine eigentümlich schillernde, wellenartige Zeichnung erhalten haben. Zur Erzeugung der letztern besprengt man den Stoff mit Wasser, läßt ihn halb trocknen und mehrfach zusammengelegt zwischen den geheizten Walzen eines Kalanders hindurchgehen, oder man erteilt dem einfach durchgehenden Stoff eine geringe Verschiebung in seiner Breitenrichtung, oder man läßt denselben vor dem Eintritt zwischen die Walzen straff gespannt über die wellenförmig ausgeschweifte Kante einer eisernen Schiene streichen. Bei jedem dieser Verfahren entsteht die Zeichnung dadurch, daß die Enschlagfäden in nicht parallelen Linien platt gedrückt werden. Eine oberflächliche Moirierung bringt man endlich hervor, indem man die Walzen mit flammenartiger Zeichnung versieht. Als Moiré wird auch das auf eine der genannten Arten erzeugte Muster selbst bezeichnet.