FeedMohs (Friedr.)
NaturlehreBrockhaus 1882

Mohs (Friedr.), der Begründer der sog. naturhistorischen Methode in der Mineralogie, geb. 29. Jan. 1773 zu Gernrode am Harz, studierte 1796—98 in Halle, besuchte die Bergakademie zu Freiberg und ging 1802 nach Wien, wo er die Beschreibung der Mineraliensammlung des Bankiers van der Null übernahm (3 Bde., Wien 1804; 2. Aufl. 1806). Hierauf bereiste er behufs geognost. Studien Steiermark, Salzburg, Kärnten, Krain, Ungarn, Siebenbürgen u. s. w. und wurde 1811 Professor der Mineralogie am Johanneum zu Graz. Später wurde er Professor der Mineralogie in Freiberg, 1826 in Wien. Er starb zu Agordo bei Belluno 29. Sept. 1839. M. vorzüglichste Schriften sind: WVersuch einer Elementarmethode zur naturhistor. Bestimmung und Erkenntnis der Fossilien» (Bd. 1, Wien 1813), „Die Charaktere der Klassen, Ordnungen, Gef chlechter und Arten, oder Charakteristik des naturhistor. Mineralsystems» (Dresd. 1820; neu bearbeitet von Zippe, Wien 1858), „Grundriß der Mineralogiey ( Bde., Dresd. 1822—24; 2. Aufl. 1839), den sein Schüler Haidinger mit vielen Zusätzen ins Englische übersetzte (3 Bde., Edinb. 1825); „Anfangsgründe der Naturgeschichte des Mineralreichsv (Wien 1832; 2. Aufl., fortgesetzt von Zippe, 2 Bde., Wien 1836 —39). M. Methode, welche jede chem. Charakteristik aus der Mineralogie ausschloß, kann als überwunden gelten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 796Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 9

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Naturlehre 6