Mohr, mn., 1. s. v. w. Neger. — 2. Mineralischer M., Aethiops mineralis, ein aus Metallen etc. niedergeschlagenes schwarzes Pulver. — 3. frz. moiré, m., oirée, f., engl. mohair, moréeen, gewässertes Gewebe. — 4. franz. moiré metallique, engl. metallie moreen, Metallmohr, diesem Gewebe ähnliches Dessin auf Metallflächen. Wird geschmolznes Zinn auf eine Platte gegossen und diese nach dem Erkalten wiederholt hin und her gebogen, so zeigen sich an der Oberfläche krystallinische Gebilde in schillernden Flecken. Geschieht die Abkühlung eines flüssigen Zinnüberzuges rasch, so werden die schillernden Flecken kleiner als bei langsamer Abkühlung. Bei der Darstellung des Weißblechs läßt man die Verzinnung langsam erkalten. Ist aber Weißblech längere Zeit der Luft und Witterung ausgesetzt, so zeigen sich große wolkenartige Flecken, welche noch deutlicher sichtbar werden, wenn man die Oberfläche gut reinigt und mit verdünnter Salzsäure abbeizt. Wird ein Blechstück durch Berührung mit einem heißen Löthkolben oder über der Flamme eines Lichtes od. eines Löthrohrs an einer Stelle erhitzt, so schmilzt die Verzinnung in einem kreisrunden Raum, und nach dem Erkalten und Abbeizen mit Salzsäure zeigt sich eineziemlich regelmäßige strahlige Sternfigur. Ueberfährt man das Blech mit dem Löthkolben oder der Flamme in einer Linie, so entstehen ährenartige Streifen, und man kann auf diese Art Kränze, Namenszüge und Ornamente auf dem Blech erzeugen. Soll eine Tafel gleichförmig mit Krystallisationsgebilden überzogen erscheinen, so wird dieselbe über Kohlenfever gleichmäßig erwärmt, bis das Zinn zu schmelzen aufängt. Wird dann Wasser durch eine feine Brause aufgegossen, so bildet jeder auffallende Wassertropfen ein Krystallisationscentrum; wenn das Wasser durch Neigen der Platte noth zum Fließen gebracht wird, so entsteht ein streifiges oder geadertes Muster. Taucht man das erhitzte Blech in schräger Führung in kaltes Wasser, so entsteht ein feines Moiré von granitähnlicher Zeichnung. Nach der Abkühlung wird durch Abwaschen mit verdünnter Salzsäure, der man auch etwas Salpetersäure zusetzen kann, gebeizt. Hierauf wird die Blechtafel mit reinem Wasser abgewaschen, dann mit etwas Aetzkali überfahren, um etwa gebildetes Zinnoryd wegzunehmen, und zuletzt nochmals mit reinem Wasser abgespült. Schließlichwird das Moire mit einem durchsichtigen Firniß gedeckt. Man verwendet solches Blech statt des lackirten zu zierlichen Geräthen.