Mole (mola), Mondkalb, Windei oder falsche Frucht, ein fehlerhaftes Produkt der Zeugung, welches sich von der Mißbildung (s. d.) dadurch unterscheidet, daß es im Vergleich zur menschlichen Frucht völlig gestaltlos und unförmlich genannt werden kann. Die M. ist als ein unregelmäßig entwickeltes und entartetes Ei aufzufassen und stellt eine bis faustgroße zusammengeballte, aus wasserhaltigen Blasen, Blut⸗, Fleisch- oder Fettklumpen, auch zum Teil erdigen, knochenartigen Konkrementen und Häuten bestehende unförmliche Masse dar, welche zuweilen noch deutliche Überbleibsel einer früher vorhandenen regelmäßigen Frucht zeigt. Je nach den Verschiedenheiten hat man diese Produkte in viele Klassen geteilt. Gewöhnlich unterscheidet man eine Fleisch⸗ und eine Blasen-oder Traubenmole. Die erstere bildet sich aus geronnenem Blut, die letztere besteht aus lauter Wasserblasen. Die Ursachen der Entstehung sind dunkel, doch wohl auf ähnliche Ursachen wie die Mißbildungen, insbesondere auf Anomalien des Eies und der Eihäute, sowie auf interkurrierende Krankheiten des mütterlichen Organismus zurückzuführen. Von der Blasen⸗ oder Traubenmole weiß man, daß sie eine hydropische (wassersüchtige) Entartung und Wucherung der feinen Blutgefäße des Fruchtkuchens darstellt. Die Molenschwangerschaft (graviditas molaris) ist nicht mit Sicherheit zu erkennen, doch stellen sich häufig hartnäckige und erschöpfende Blutungen ein. Die M., als des selbständigen Lebens ermangelnd, wird selten zu derselben Zeit wie eine regelmäßige Frucht ausgestoßen, sondern schon nach dem dritten oder vierten Monat.