Molken (serum lactis), provinziell Schotten, Waddike, Strotten, Käswasser, nennt man diejenige Flüssigkeit, welche von der Milch nach der Abscheidung des Fettes und des Käsestoffs übrigbleibt. Die gewöhnlichen Bestandteile der M. sind demzufolge Wasser und Milchzucker, geringe Mengen von Eiweißstoffen, Spuren von Lecithin, die Salze der Milch und mehr oder weniger Milchsäure. Die M. werden als Nebenprodukt der Käsebereitung gewonnen, nachdem die abgerahmte lentfettete) Milch mittels eines Fermentes zur Ausscheidung des Käsestoffs gebracht worden ist. Dies geschieht durch Zusatz von Laab (s. d.), wodurch die Milch gerade so gerinnt wieim Magen. Die M. stellen gewöhnlich eine schwach gelbliche, etwas getrübte Flüssigkeit mit dem eigentümlichen Geruch der Mülch und von fadem Geschmack dar. Die Salze der M. sind die nämlichen, welche auch im Blut enthalten, und auf diesen Umstand gründet man die mediz. Verwendung derselben. Häufig werden die M. durch den Zusatz von alkalischen oder eisenhaltigen Mineralwässern, von Alaun (Alaunmolken) oder Tamarindenmus (Tamarindenmolken) in ihrer Wirkung vielfach modifiziert. Man hat zur Erzielung von M. für Kranke während der warmen Jahreszeit (wo das Vieh frisches Futter verzeht) besondere Molkenkuranstalten eingerichtet. Diese finden sich sowohl in den Alpen, wo sie mit den daselbst betriebenen großartigen Käsereien in Verbindung stehen, als neuerdings fast in allen großen Bädern und Kuranstalten. Besondern Vorzug pflegt man den Ziegenmolken zu geben, ohne daß die chem. Analyse denselben zu begründen vermöchte. Aus den M. kann ein Essig, der Molkenessig, bereitet werden. Vgl. Lebert, eüber Milch- und Molkenkurenp (Berl. 1869); Richter, cküber Milch⸗ und Molkenkuren⸗ (2. Aufl., Lpz. 1872).