Molekule (Diminutiv vom lat. moles, die Masse) nannten die ältern Physiker die kleinsten Teilchen der Materie. Die im Innern der Körper wirkenden Kräfte, welche die Form, den Zusammenhang der Körper u. s. w. bewirkten, als Kohäsion, Adhäsion, Krystallisationskraft u. s. w., lassen sich auf Anziehungen und Abstoßungen dieser M. zurückführen und werden deshalb Molekularkräfte genannt. Von den ältern Atomistikern wurden die M. in der Regel mit den Atomen (s. d.) verwechselt und ihnen daher eine unveränderliche Gestalt und Größe zugeschrieben, während die Dynamiker ihre Gestalt und Größe für veränderlich halten. Andere Atomistiker, wie z. B. Ampere, erklären die M. nicht für die Atome selbst, sondern für Gruppen von Atomen um auf diesem Wege ebenfalls gleich den Dynamikern die Veränderlichkeit ihrer Gestalt und Größe behaupten zu dürfen in allen den Fällen, in denen die Thatsachen der Physik und Chemie sich durch die Annahme einer solchen leichter und ungezwungener erklären lassen. Diese letztere Auffassung hat in der modernen Chemie und Physik durchgegriffen und ist gegenwärtig die allgemeine in der erklärenden Naturwissenschaft. (S. Atome.)