FeedMolluskoiden
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Molluskoiden nennt man nach dem Vorgange von H. Milne-Edwards und Huxley die vereinigten Gruppen der Manteltiere (s. d.), Bryozoen (s. d. und Artikel Moostiere) und die Armfüßler (s. d.). Es sind teils festsitzende, teils freischwimmende Tiere von bilateralsymmetrischem Bau, ohne Segmentierung des Körpers, dessen Organe in einer, bisweilen teils durch Kalk, teils durch Cellulose verdickten Haut eingeschlossen sind; die Respirationsorgane entweder in einer korbartigen Einstülpung der Haut, oder tentakelartig auf besondern Trägern neben dem Munde, entweder auf nur einem von Hufeisen- bis Kreisform (Bryozoen) oder auf zweien armartigen (Armfüßler), in letzterm Falle dient auch noch die mantelartige Hülle des Tiers als Respirationsorgan mit. Die neuere Systematik hat die M. vielfach auseinandergerissen und die einzelnen Ordnungen bald hier bald dort unterzubringen versucht, ohne bis jetzt allseitige Anerkennung gefunden und eine Einigung erzielt zu haben. Auf der Tafel: Molluskoiden sind dargestellt 1) von Manteltieren: Cynthia papillosa (Fig. 8), ein Stock der Keulenscheide (Clavellina lepadiformis, Fig. 5), Kolonie von Traubenascidien (Botryllus, Fig. 2), eine Feuerwalze (Pyrosoma giganteum, Fig. 1), eine einzelne Salpe (Salpa maxima, Fig. 9), sowie zwei Larven von Ascidien (Fig. 3 u. 10; Erklärung s. Artikel Manteltiere); 2) von Bryozoen: die meerbewohnende Bugula avicularia (Fig. 4) und die Cristatella mucedo (Fig. 6) der süßen Wasser, und Keimkörper oder Statoblasten von Lophopus crystallinus (Fig. 7); 3) ein Armfüßer Lingula anatina (Fig. 11).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 806Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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