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Sitten & ModeBrockhaus 1882

Salpen (Thaliacea) heißen frei schwimmende durchsichtige Manteltiere von walzen-oder tonnenförmiger Gestalt, mit zwei an den beiden Körperpolen gelegenen Mantelöfsnungen. Die S. sind entweder Einzeltiere oder kettenartige Kolonien und beide Formen folgen, wie der Dichter Chamisso schon 1819 entdeckte, im Generationswechsel (s. d.) aufeinander. Die Kette wird gebildet von den zwitterigen Geschlechtsindividuen; in diesen entwickelt sich unter komplizierten Metamorphosenvorgänge ein Embryo, der, nachdem er frei wurde, noch bedeutend weiter wächst und größer als das elterliche Individuum wird. In der Körperwand dieser solitären, ungeschlechtlichen Form tritt dann ein Keimstock (Stolo prolifer) als eine hohle Fortsetzung der Leibeswand auf, die sich häufig spiralig aufrollt; an ihm entwickeln sich die Ketten der Geschlechtstiere, die, nachdem sie eine gewisse Größe erreicht haben, sich loslösen. Da freie Formen und Kettenformen der S. einander wenig gleichen, sind beide vielfach als verschiedene Arten beschrieben worden: so folgt auf die solitäre geschlechtslose Salpa maxima (Tafel: Molluskoiden, Fig. 9) die Kette der geschlechtlichen Salpa akricana.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 151Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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