FeedMondsüchtig
HimmelskundeBrockhaus 1882

Mondsüchtig nennt man solche Menschen, die gewöhnlich zur Zeit des (hellscheinenden) Vollmondes im Schlafe aufstehen und, ohne daß Selbstbewußtsein vorhanden ist, mancherlei Handlungen, die sie sonst im Wachen zu thun gewohnt sind, oder selbst sehr gewagte Unternehmungen, wie das Umherlaufen auf Dächern, geschickt ausführen. Es händelt sich hier um eine Erscheinungsweise des Somnambulismus (Nachtwandelns), welche nur durch die Gelegenheitsursache für das Auftreten des somnambulen Zustandes gegenüber andern Arten des letztern charakterisiert ist. In welcher Weise das Mondlicht wirkt, ist wissenschaftlich nicht festgestellt, möglicherweise nur als Lichtreiz. Bedingung für das Eintreten mondfüchtiger Zustände ist eine krankhafte Reizbarkeit des Neryensystems, weshalb die Mondsucht immer als Symptom einer solchen (Hysterie, Epilepsie u. s. w.) aufzufassen ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 819Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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