FeedMonk (George)
GeschichteBrockhaus 1882

Monk (George), Herzog von Albemarle, der Beförderer der engl. Restauration 1660, geb. 6. Dez. 1608 zu Potheridge bei Torrington, wohnte 1625 der Expedition nach Spanien bei und hierauf dem Angriff auf die Insel Ré. Nach einem 10jährigen Waffendienst in den Niederlanden kämpfte er unter Karl I. im schott. Feldzuge als Oberstlieutenant. Beim Ausbruche des Aufstandes in Irland ging er an der Spitze eines Regiments dahin und war Gouverneur von Dublin, bis der Marquis von Ormond 1643 mit den Aufrührern Frieden schloß, um den König gegen das Parlament zu unterstützen. Im Bürgerkriege wurde M. 1644 von Fairfax gefangen und als Königlicher in den Tower gesetzt. Erst nach zwei Jahren erlangte er die Freiheit, indem er den Covenant beschwor. Hierauf übernahm er den Befehl im nördl. Irland und entriß den Royalisten mehrere Hauptplätze. Nach völliger Vertilgung der Royalisten ernannte ihn Cromwell zum Generallieutenant und Kommandanten der Artillerie. In dieser Eigenschaft leistete er in der Schlacht von Dunbar große Dienste, sodaß ihm Cromwell den Oberbefehl in Schottland anvertraute. M. kehrte 1652 nach England zurück und wurde 1653 dem Admiral Blake gegen die Holländer beigegeben. Anfang 1654 schickte ihn Cromwell als Gouverneur nach Schottland, wo er dessen Herrschaft unter den größten Schwierigkeiten gegen die Presbyterianer aufrecht erhielt. Nach Cromwells Tode erklärte sich M. für dessen Sohn. Erst als sich unter dem General Lambert der Militärdespotismus zu begründen schien, ergriff er die Rolle eines Verteidigers der Ordnung. Am 1. Jan. 1660 rückte er mit 6000 Mann über die engl. Grenze, vereinigte sich zu Nork mit Fairfax, der für Karl II ein Korps zusammengebracht hatte, und zog 3. Febr. ohne Schwertstreich in London ein. Am 21. Febr. setzte er die im Dez. 1648 vertriebenen presbyterianischen Parlamentsglieder wieder ein, und hiermit erhielten die Anhänger des Königtums das vollste übergewicht. Jetzt trat M. auch mit Karl II. in Unterhandlung, den das Parlament schon 8. Mai zum König ausrufen ließ. Der neue Monarch überhäufte M. mit Ehren, erhob ihn zum Mitglied des Geheimen Rats, zum Kammerherrn, Oberstallmeister, endlich zum Herzog von Albemarle und Lordlieutenant der Grafschaften Devon und Middleser. Unter dem Herzog von York befehligte M. 1666 die Flotte gegen die holländische Seemacht. Er wurde von Ruyter in einer dreitägigen Seeschlacht auf der Höhe von Dünkirchen geschlagen, errang aber 25. Juni über denselben einen blutigen Sieg bei North-Foreland. Er starb 3. Jan. 1670 und wurde in der Abtei zu Westminster bestattet. Sein großes Vermögen kam auf seinen einzigen Sohn, Christopher M., geb. 1653, der als Gouverneur von Jamaica 1688 starb und mit dem der Titel eines Herzogs von Albemarle erlosch. Vgl. Guizot, „M.; chutè de la république et rétablissement de la monarchie en Angleétere en 16605 (Par. 1850; deutsch von Rödiger, Lpz. 1851).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 823Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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