Monmouth, eine der westlichsten Grafschaften Englands, die erst unter Heinrich VIII. vom Fürstentum Wales getrennt wurde, grenzt im W. und NW. an dieses (an Glamorgan und Brecknoch, im NO. an Hereford, im O. an Gloucester, im S. an das Astuarium des Severn und hat ein Areal von 1489,47 qkm. In der Mitte vom Usk durchströmt, im Westen desselben von Zweigen des Gebirgslandes von Wales erfüllt, die hier im Sugar-Loaf oder Pen-y-val Guckerhut) noch eine Höhe von 595 m erreichen, im Osten des Usk dagegen bis zum Thale des Wye, an der Grenze gegen Gloucester, niedriger gelegen, bietet das Land eine überaus wechselpolle Oberfläche und die mannigfaltigsten Scenerien, wilde Bergpartien, reizende Thäler und sehr fruchtbare Ebenem dar. Neben dem reich-H! lich lohnenden Ackerbau, verbunden mit Obstzucht und Hopfenkultur, ist auch die Viehzucht ausgezeichnet. Der Hauptreichtum der Grafschaft sind jedoch die Kohlen⸗ und Eisengruben. Lebhaft ist auch der Industriebetrieb und der Handel. Die Zahl der Einwohner wuchs in den J. 1801—81 von 54 750 auf 211374. Die Grafschaft schickt zwei Abgeordnete ins Parlament, einen dritten die l Städte M. und Abergavenny. Die Hauptstadt Monmon th (wallisisch Mynwy),. 37 km nördlich von Bristol, an der Eisenbahn und am Zusammenflusse des fischreichen Monnow mit dem Wye reizend gelegen, rings von reich angebau-l ter Landschaft umgeben, zählt (1881) 6112 E., deren Haupterwerb, außer Ackerbau und Handel mit Bristol, in Fabrikation von Eis enwaren besteht. M. hat drei Brücken, ein Rathaus mit einer Säulenhalle, ein Grafschaftsgefängnis, eine reichdotierte Freischule und eine Bildsäule Heinrichs II. auf dem Marktplatze. Ihr hohes Alter beweisen teils die Reste ihrer Mauern, teils die Ruinen ihrer festen, in die Zeit Wilhelms des Eroberers reichenden Burg, der Geburtsstätte Eduards V., teils die Trümmer der Priorei aus der Zeit Heinrichs I.