FeedMonrad (Ditlev Gothard)
ReligionBrockhaus 1882

Monrad (Ditlev Gothard), namhafter dän. Staatsmann, geb. zu Kopenhagen 24. Nov. 1811, studierte Theologie, war aber später namentlich auf polit. Gebiete thätig. Im J. 1846 wurde M. Prediger in Wester-Ulslev (Laaland) „und kurz darauf in die Provinzialständeversammlung zu Roeskilde gewählt. Bei der kopenhagener Märzbewegung von 1848 spielte M. eine hervorragende Rolle und trat als Kultus- und Unterrichtsminister in das sog. Casinoministerium (24. März bis 15. Nov. 1848). Am 13. Febr. 1849 erfolgte seine Ernennung zum Bischof des Stiftes Laaland⸗-Falster. Weil er sich aber an der parlamentarischen Opposition gegen das gesamtstaatliche Ministerium Orsted beteiligte, sah er sich 1854 seines Amtes entlassen. Unter dem Ministerium Hall (s. d.) wurde M. zunächst Oberdirektor der Bürger- und Volksschulen in Dänemark und Departementschef im Kultusministerium, dann Direktor des Kultusministeriums, endlich Kultusminister Mai 1859. Als Hall beim Ausbruch des deutsch-dän. Konflikts seine Entlassung einreichte, bildete M. 31. Dez. 1863 ein neues Kabinett, in welchem er die Conseilpräsidentschaft, die Finanzen und das Ministerium für Holstein-Lauenburg übernahm. Nach dem unglücklichen Verlauf des Kriegs mußte er 11. Juli 1864 zurücktreten und wanderte 1865 mit seiner Familie nach Neuseeland aus, von wo er aber 1869 nach Dänemark zurückkehrte. Er wurde 1871 von neuem zum Bischof über das Stift Laaland-Falster berufen und wohnt als solcher in Nykjöbing auf Falster; auch veröffentlichte er 1811 eine Predigtsammlung. Seine Studie über Das alte Neuseelando wurde von Peters (Brem. 1871) ins Deutsche übersetzt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 829Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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