Mons, vläm. Bergen, Hauptstadt der belg. Provinz Hennegau, in der sog. Borinage (s. d.), auf einer Anhöhe, am Flüßchen Trouille, Station der Linien Brüssel-Quiévrain, Manage-M. und Charleroi-M. der Belgischen Staatsbahnen, sowie der Linie M.⸗Hautmont der Belgischen Nordbahn, hat (1882) 24 466 E. Das merkwürdigste Gebäude ist die Waltrudiskirche, erbaut 1460 — 1589, ein Meisterwerk, namentlich in Hinsicht der Zierlichkeit und Kühnheit im Innern. Das ehemalige Schloß dient jetzt als Irrenanstalt; auf dem dazugehörigen Glockenturme (Beffroi) befindet sich ein Glockenspiel. Das Rathaus, 1458 —67 aufgeführt, ist ein schwerfälliges, gedrücktes Gebäude. Dem hier geborenen Tonkünstler Orlando di Lasso wurde im Mai 1853, dem König Leopold I. im Juni 1877 ein Denkmal enthüllt. Die Stadt hat ein Tribunal erster Instanz, ein Handelsgericht, ein Zellengefängnis, ein königl. Gymnasium, eine Kunstschule, eine Musikschule, eine öffentliche Bibliothek, eine Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft, Woll⸗- und Baumwollspinnerei, Brauerei, Eisengießerei und Handel mit Getreide und Steinkohlen. Ein Kanal (le canal de Condé) verbindet die Stadt mit der Schelde. M. verdankt seinen Ursprung einem Castrum, das Cäsar im Kriege gegen die Gallier hier anlegen ließ. Schon im Mittelalter war es ein bedeutender Ort. Im großen niederländ. Kriege wurde es 24. Mai 1572 unter dem Beistande der Franzosen von Ludwig von Oranien genommen, aber schon 19. Sept. von den Spaniern unter Friedrich von Toledo und Chiappone Vitelli wiedererobert, die sich in seinem Besitze sowohl gegen Coligny wie gegen den Prinzen von Oranien behaupteten. In dem Kriege Ludwigs XIV. wurde die Stadt 8. April 1691 durch Verrat an Vauban übergeben, im Frieden zu Ryswijk (4697) aber wieder an Spanien abgetreten. Im Spanischen Erbfolgekriege geriet sie 1701 wieder in die Hände der Franzosen und blieb bis 1709 in ihrer Gewalt; im Utrechter Frieden (1713) wurde sie an die Holländer, im Frieden zu Baden (1714) an Hsterreich gegeben. Von neuem eroberten sie die Franzosen 10. Juli 1746 unter dem Prinzen Conti, doch kam sie 1748 abermals an Ssterreich zurück. Nach ihrer Eroberung durch das republikanische Frankreich 1792 wurden die Festungswerke geschleift, zu deren Wiederherstellung man seit 1818 die franz. Kontributionsgelder und engl. Subfidien verwendete. Infolge des neuen Landesverteidigungssystems wurden 1866 die Festungswerkeniedergerissen und zu schönen Promenaden umgewandelt.