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ErdkundeBrockhaus 1882

Middelburg, Hauptstadt der niederländ. Provinz Zeeland, Sitz der Provinzialregierung, sowie eines Provinzialgerichts, eines Bezirks⸗ und Kantonalgerichts, mitten auf der Insel Walcheren gelegen, Station der Linie Roosendaal-Vliessingen der Niederländischen Staatsbahnen, steht durch einen Kanal, der die schwersten Kauffahrteischiffe trägt und bei der Schanze Rammekens an der Südostseite der Insel endet, wo der eigentliche Hafen der Stadt sich befindet, mit der Westerschelde in Verbindung. Die Stadt ist hübsch gebaut, hat schöne offene Plätze, sowie zahlreiche prächtige Wohnhäuser reicher Familien und zählt (1879) 16 046 E. Unter den öffentlichen Gebäuden zeichnen sich aus das prachtvolle, von Karl dem Kühnen von Burgund 1468 erbaute Rathaus im got. Stil, mit 25 Steinbildern der alten Grafen von Zeeland im Giebelfeld, die Peterskirche mit den Grabmälern von Cornelius und Jan Evertsen und die Abteikirche mit einem Denkmal des deutschen Königs Wilhelm von Holland und seines Bruders Florenz. Zu erwähnen sind auch das Museum mit vielen kostbaren Altertümern, einem Planetarium, einer Bibliothek, einem Münzkabinett, desgleichen die Getreidebörse und die Handelskompagnie. Die Stadt besitzt ein Theater, einen Konzertsaal, ein Gymnasium, eine Zeichenakademie, eine klinische Schule und eine höhere Bürgerschule, eine Gesellschaft für Wissenschaften, zwei naturforschende Gesellschaften, eine Wechselbank und ein freies Handelsentrepöt (das frühere Ostindische Haus). Früher war M. eine bedeutende Hansestadt und trieb ausgedehnten Handel mit Ost⸗ und Westindien, sowie mit der Levante.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 701Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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