Montevideo (San-Felipe de), Hauptstadt und wichtigster Seeplatz der südamerik. Republik Uruguay (s. d.), sowie eines nach ihr benannten Departements, am nördl. Ufer und nahe der Mündung des La-Plata, auf drei Seiten von diesem Strome umgeben, 200 km östlich von Buenos-Ayres gelegen, zählt (1879) 73353 E., worunter die Hälfte Fremde, meist Spanier, Italiener, Franzosen, Argentiner, Deutsche. M. ist eine schön gebaute Stadt mit vielen Türmen, zahlreichen, breiten, gepflasterten Straßen und wirklichen Prachtbauten, wie das Theater de Solis und die Kathedrale Matriz, im ital. Stil. Die Festungswerke sind bis auf ein Fort abgetragen. Der Hafen der Stadt ist nicht besonders sicher, da er an zahlreichen Klippen und schlechtem Ankergrunde leidet, auch fehlt es noch an hinreichender Beleuchtung; jedoch besitzt er die Mauatrockendocks von 1873 und die größern am Cerro von 1877 (2 Mill. Doll. Kosten). Tiefer gehende Schiffe ankern auf der Reede. Die Ausfuhr, nach Belgien, England, Frankreich, Brasilien, Vereinigten Staaten, Argentina, Cuba etc. gerichtet, besteht namentlich in Häuten, Wolle, Knochen, Hörnern und Fleischextrakt. Mit den europ. Haupthäfen ist M. durch regelmäßige Dampfschifffahrten verbunden; außerdem durch eine Telegraphenlinie über Rio de Janeiro, Eisenbahnen führen nach Durazno und nach Pando. M. wurde 1726 unter dem Namen San-Felipe del Puerto de M. gegründet und 1777 von den Spaniern befestigt. Im Unabhängigkeitskriege und den Parteikämpfen der südamerik. Staaten hatte es viel zu leiden.