Guaira (La), Stadt im Bundesdistrikte der südamerik. Republik Venezuela, Hafenstadt der 10 Km entfernten Hauptstadt Caräcas, mit der sie eine 26. Juli 1883 eröffnete Eisenbahn verbindet, liegt auf dem kaum 300 m breiten Küstensaume und am steilen Abhange der dahinter sich erhebenden Felsen, besteht hauptsächlich aus zwei dem Ufer parallelen Straßen nebst ihren Quergassen mit meist einstöckigen Häusern und zählt (1881) 7428 CE. Sie ist einer der vier Haupthäfen Venezuelas, hat aber nur eine im Westen durch das Kap Blanco etwas H.pöhne-Reede mit gutem Ankergrund. Die weiße Bevölkerung besteht fast nur aus Fremden, in deren Händen, namentlich der Deutschen, der ganze Handel ruht. Hamburg und Bremen liefern den größten Teil der Einfuhr. G. ist mit St. Thomas und dadurch mit Europa durch regelmäßige Dampfschifffahrt verbunden, sowie direkt mit Hamburg. Das Klima ist keineswegs günstig für die Europäer; die herrschende drückende Hitze und die damit verbundenen Krankheitserscheinungen, namentlich die Tropenfieber und das Schwarze Erbrechen (vomito priéto), haben der Küste den Namen Kel infierno de Venezuela zugezogen.