Montezuma, der letzte Herrscher in Mexiko vor der Unterjochung dieses Reichs durch die Spanier, geb. um 1480, folgte 1502 seinem Vater gleichen Namens in der Regierung. Unter ihm landete 1519 Cortez in Mexiko. Erschreckt durch eine alte Weissagung und geblendet durch das Ungewöhnliche der Erscheinung der Fremdlinge, empfing ihn M. als seinen Gebieter. Als er jedoch erkannte, daß die Ankömmlinge keine übermenschlichen Wesen seien, sann er auf deren Vernichtung. Kaum hatte dies Cortez in Erfahrung gebracht, so ließ er M. fesseln und zwang ihn, die Oberherrlichkeit Spaniens anzuerkennen. Die Mexikaner, darüber empört, einen Sklaven der Fremdlinge zum Herrscher zu haben, griffen zu den Waffen, und als M. durch seine Gegenwart den Aufruhr stillen wollte, wurde er durch einen Steinwurf verwundet. Untröstlich über die von seinen Unterthanen erlittene Beschimpfung, wies er Speise und Trank ab, sodaß er bald nachher im Juni 1520 starb. Seine Kinder nahmen die christl. Religion an. Der älteste Sohn erbielt von Karl V. den Titel eines Grafen von M., von welchen einer 1697—1701 Vizekönig von Meriko war. Der letzte Nachkomme, Don Marsilio de Teruel, Graf von M., span. Grande erster Klasse wurde seiner liberalen Gesinnungen wegen von Ferdinand VII. aus Spanien verbannt ontfaucon (Bernard de), lat. öhnli hafter franz. Altertumsforscher, geb. 18. Jan. 1655 auf dem Schlosse Soulage in Languedoc, widmete sich anfangs dem Kriegsdienste, ließ sich aber 1675 in die Kongregation der Benediktiner von St.Maur aufnehmen. Er machte 1698 eine Reise nach Italien, und lebte dann ununterbrochen in Paris, wo er 21. Dez. 1741 starb. Seine Hauptwerke sind: die Palaeographia Graeca (Par. 1708), sowie „L'antiquité expliquéëe et représentée en figuréso nebst Supplementen (franz. und lat., 15 Bde., Par. 1719—24; deutsch im .2156 von Schatz mit Anmerkungen von Semler, 2 Bde., Nürnb. 1757; umgearbeitet von Roth, Nürnb. 1807), die noch immer für den Altertumsforscher eine unentbehrliche Materialiensammlung ist; Les monuments de la monarchie française (franz. und lat., 5 Bde., Par. 1729—33), das «Diarium Italicumo (Par. 1702); die Collectio nova patrum et scriptorum Graecorum „ (2 Bde., Par. 1706), die 4Bibliotheca Coisliniana, olim Segueriana (Par. 1715) und die «Bibliotheca bibliothecarum manuscriptorum nova v (2 Bde., Par. 1739).