Montferrat, ein ehemals selbständiges Herzogtum, begrenzt von Piemont, Mailand und Genua, später ein integrierender Teil des Königreichs Sardinien, lag in zwei getrennten Teilen zwischen den See-Alpen und dem Po und umfaßte 2750 qkm. Die Hauptstadt war Casale (s. d.). M. hatte bis zu Anfang des 14. Jahrh. eigene Markgrafen. (S. Bonifacius II.) Durch Erbschaft kam es hierauf an einen Seitenzweig des byzant. Kaiserhauses und 1536 an Mantua. Nach der Achtung des Herzogs Karl IV. von Mantua 1703 machte Savoyen Ansprüche auf M., die auch von Kaiser Leopold I. anerkannt wurden.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 846Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei