Mailand, ehemals ein selbständiges Herzogtum in Oberitalien und eins der schönsten, fruchtharsten und kultiviertesten Länder Europas, wurde im W. von Piemont und Montferrat, im S. von Genua, im O. von Parma, Mantua und Venedig, im N. von den vier ital. Vogteien der Schweiz und von Graubünden begrenzt. Der erste, vom Kaiser Wenzel 1395 ernannte Herzog war Gian Galeazzo Visconti (s. d.). Das Herzogtum bestand damals aus den blühendsten lombard. Städten, in welchen die Visconti teils durch Fehden, teils durch Begünstigung der Bürger und des Kaisers die höchste Macht erhalten hatten. Als der Mannsstamm der Visconti 1447 erlosch, gelang es, obschon Frankreich die nächsten Ansprüche auf M. hatte, doch dem Francesco Sforza (s. d.), dem Gemahl einer natürlichen Tochter des letzten Visconti, 1450 das Land für sich und seine Familie zu erhalten. Doch seit 1409 fing Ludwig XII. von Frankreich wieder an, seine Ansprüche auf M. geltend zu machen, die sein Nachfolger, Franz JI., noch eifriger verfocht. So war das Land nun abwechselnd im Besitze Frankreichs und der Sforza, bis Franz I. im Madrider Frieden von 1526 alle ital. Besitzungen aufgeben mußte. Als hierauf mit Francesco II. Sforza, der M. 1521 vom Kaiser Karl V. als Reichslehn erhalten hatte, 1535 der Sforzasche Mannsstamm ausstarb, gab Karl V. M. seinem Sohne Philipp II. von Spanien, bei welcher Krone es nun bis zum Spanischen Erbfolgekriege blieb, infolge dessen es 1713 an Ssterreich kam, worauf es nebst Mantua die österr. Lombardei bildete. Im Wiener Frieden von 1735 und im Wormser Vertrage von 1743 wurden Teile davon an Sardinien überlassen. Nachdem sich 1796 die Franzosen des Landes bemächtigt, ward M. 1797 zur Cisalpinischen Republik, 1802 zur Italienischen Republik und 1805 zum Königreich Italien geschlagen. Bei der Auflösung desselben 1814 erhielt Sardinien den früher besessenen Anteil (8260 àkm) zurück, das übrige vereinigte osterreich (21585 4˙Km) mit dem neugebildeten Lombardisch⸗-Venetianischen Königreich. Infolge des Kriegs von 1859 gelangte mit der Lombardei auch M. an Sardinien.