FeedMont-Valerien
ErdkundeBrockhaus 1882

Mont-Valerien, ein im Westen von Paris, auf dem linken Ufer der Seine, 161 m über den Flußspiegel sich erhebender Berg, nördlich von St.⸗ Cloud, mit starken Befestigungswerken, Forteresse du Mont-Valerien genannt. Während der Belagerung von Paris 187⁰7¹ wurden von hier aus vom Sept. 1870 bis zum Jan. 1871 die Stellungen der Dritten deutschen Armee beschossen und das Schloß St.⸗Cloud sowie die Porzellanfabrik von Seres zerstört. Am 21. Okt. machte vom M. aus General Vinoy einen Ausfall mit 12 Bataillonen und 40 Geschützen gegen das preuß. 5. Korps und Garde-Landwehr; am 19. Jan. 1871 geschah vom M. aus der große und letzte Ausfall des Generals Trochu mit 100000 Mann, bei welchem zum ersten mal auch die Nationalgarde von Paris in größerer Anzahl ins Feuer kam. Er endete nach einem von vormittags 11 Uhr bis nach Einbruch der Dunkelheit fortgesetzten hartnäckigen Ringen mit dem völligen Rückzuge der Franzosen. Die nächste Folge der Schlacht am M. war der Rücktritt Trochus, dem dann 28. Jan. die Kapitulation von Paris folgte. Am folgenden Tage wurde der M. von Truppen des 5. preuß. Armeekorps besetzt und blieb es bis am 7. März die sämtlichen auf dem linken Seine-Ufer gelegenen Forts von den Deutschen geräumt wurden. Während der Wirren der Commune blieb der M. in der Gewalt der Regierungstruppen und unterstützte diese sehr wesentlich bei der Unterwerfung der Hauptstadt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 855Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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