Mörike (Eduard), namhafter deutscher Dichter der Schwäbischen Schule, geb. 8. Sept. 1804 zu Ludwigsburg, bereitete sich auf dem evang. Seminar zu Urach auf das theol. Studium vor, studierte 1822—27 zu Tübingen und lebte dann als Pfarrgehilfe in verschiedenen Gegenden Württembergs, bis er 1834 die Pfarrstelle zu Cleversulzbach bei Weinsberg erhielt. Kränklichkeit veranlaßte ihn jedoch, dieses Amt niederzulegen und sich nach Mergentheim zurückzuziehen. Später erhielt er eine Lehrerstelle am Katharinenstift in Stuttgart, von der er Ende 1866 zurücktrat. Er starb daselbst 4. Juni 1875. Schon in M.s erstem Werke, dem Roman »Maler Noltene (Stuttg. 1832; 2. Aufl. 1877½), sprach sich seine dichterische Individualität entschieden aus. Diesem folgte eine Sammlung (Gedichtes (Stuttg. 1838; 4. Aufl. 1867), die liebliche «Idylle vom Bodensees (Stuttg. 1846; 2. Aufl. 1856); ferner Das stuttgarter Hutzelmännleino (Stuttg. 1853), ein Märchen, die Vier Erzählungeno (Stuttg. 1856), die Novelle Mozart auf der Reise nach Prage (Stuttg. 1856) und «Die Historie von der schönen Laup (Stuttg. 1873). Seine Oper: „Die Regenbrüdere (in der Iriso, Stuttg. 1839) wurde von Lachner in Musik gesetzt. M. ist einer der besten unter den sog. Schwäbischen Dichtern. Tiefe, Klarheit und Vollendung der Form vereinigen sich in seinen Produktionen. Seine «Gesammelten Schrifteno erschienen in zwei Bänden (Stuttg. 1878). Vgl. Notter, 4Eduard M.» (Stuttg. 1875); Klaiber, KEduard M.» (Stuttg. 1876); Fischer, «Eduard M.» (in «Lebensbilder schwäb. Dichter », Stuttg. 1881).