Morhof (Dan. Georg), deutscher Litterarhistoriker, geb. 6. Febr. 1639 zu Wismar, studierte seit 1657 zu Rostock die Rechte und humanistischen Wissenschaften. Ein lat. Scherzgedicht auf den Tod eines Storchs erwarb ihm 1660 die Professur der Dichtkunst zu Rostock, die er 1666 mit dem Lehrstuhl der Rede- und Dichtkunst an der Universität Kiel vertauschte, wo er 1673 zugleich Professor der Geschichte und 1680 Bibliothekar wurde. Er starb zu Lübeck 30. Juni 1691. Durch seinen an litterarischen Notizen sehr reichen Polyhistorv (Lübeck 1688; 4. Ausg., 2 Bde., 1747) regte er in Deutschland zuerst ein planmäßigeres Studium der Litteraturgeschichte an. Sein «Unterricht von der deutschen Sprache und Poesier (Kiel 1682; 3. Aufl., Lübeck 1718) ist besonders als erster Versuch, die deutsche Grammatik historisch zu begründen, wichtig. Dagegen sind M.s «Deutsche Gedichte (Kiel 1682) und seine lat. &Opera poetican (Lübeck 1677) von geringem Belang. Eine Auswahl der erstern findet sich in W. Müllers «Bibliothek deutscher Dichter des 17. Jahrh.» (Bd. 8, Lpz. 18260.