FeedMornay (Philippe de)
GeschichteBrockhaus 1882

Mornay (Philippe de), Seigneur du Plessis-Marly, franz. Staatsmann, geb. auf dem Schlosse Buhy in der Normandie 5. Nov. 1549, wurde zu Paris erzogen. Nachdem 1560 sein eifrig kath. Vater gestorben, bekannte sich M. zur Reformation und bereiste 1565—72 Italien, Deutschland, Holland und England. Nach seiner Rückkehr entging er mit Not den Metzeleien der Bartholomäusnacht, verbarg sich einige Tage zu Paris und entfloh dann nach England. Im J. 1573 betrat er wieder den vaterländischen Boden und trat 1576 in die Dienste des Königs von Navarra, des spätern Heinrich IV., dem er in Diplomatie und Kriegführung und besonders als gewandter Publizist unentbehrlich wurde. Später ernannte ihn Heinrich zum Mitglied des Conseil, dann auch zum Gouverneur von Saumur, wo M. für seine Glaubensgenossen eine Akademie errichtete. Zwischen ihm und dem Bischof Duperron von Evreux fand zu Fontainebleau 1600 wegen einer von M. veröffentlichten theol. Schrift eine öffentliche Disputation statt, bei der die dialektische Geschicklichkeit des Bischofs siegte. Bei der Erhebung der Hugenotten 1620 verlor M. sein Gouvernement. Er zog sich auf seine Baronie Laforét-sur-Sövre in Poitou zurück und starb daselbst 11. Nov. 1623. Unter seinen Schriften sind zu erwähnen: „Vérité de la religion chrétienne (Antw. 1580), (Traité de Pinstitution de la sainte eucharistien (1598), Mémoires et correspondance pour servir à T'histoire de la réformation en France (1624; neue, revidierte Aufl. von Fontenelle, 12 Bde. Par. 1820, mit wichtigen Beiträgen zur Geschichte Frankreichs. Vgl. Ambert, Duplessis M.v (Par. 1847).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 875Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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