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GeschichteBrockhaus 1882

Montmoreney (Matthieu Jean Felicité, Herzog von M.⸗Laval), franz. Minister, geb. zu Paris 10. Juli 1760, kämpfte im nordamerik. Freiheitskrieg und trat in den Generalständen und der Nationalversammlung für die revolutionäre Idee auf. Allein die reißenden Fortschritte der Revolution bewogen ihn, in die Schweiz zu fliehen, wo ihm Frau von Staél zu Coppet ein Asyl eröffnete. Nach dem Sturze der Schreckensherrschaft kehrte er nach Frankreich zurück. Seit 1814 war er der eifrigste Vertreter des bourbonischen Interesses. Er erhielt im April 1814 beim Grafen Artois die Stelle eines Adjutanten, begleitete 1815 die Herzogin von Angouléme nach Bordeaux und London und ging dann nach Gent zu Ludwig XVIII. Der König ernannte ihn 17. Aug. 1815 zum Pair, 24. Dez. 1821 zum Minister des Auswärtigen und bald darauf zum Präsidenten des Kabinetts. Als solcher beförderte er 1823 den Krieg gegen die span. Cortes. Da er jedoch mit Villele zerfiel, mußte er sein Portefeuille an Chäteaubriand abgeben. Karl X. ernannte ihn zum Erzieher des Herzogs von Bordeaux. M. starb 24. März 1826 in der Kirche während des Gebets. Obwohl er nie etwas geschrieben, hatte ihn die Akademie 1825 zu ihrem Mitglied erwählt. Vgl. Vétillard, Notice sur la vie de monsieur le duc de M.o (Le Mans 1826).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 851Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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