Mörs, zur Zeit der franz. Herrschaft auch Meurs, ein ehemaliges, zum Westfälischen Kreise gehöriges deutsches Fürstentum am linken Rheinufer, das von den Herzogtümern Kleve, Geldern und Berg und den ehemaligen kurkölnischen Landes-⸗ teilen umgrenzt wurde und auf etwa 330 akm 28000 meist reform. E. enthielt, stand im Mittelalter unter den Grafen von M., die bei Kleve zu Lehn gingen. Durch die Verheiratung der Tochter des letzten Grafen, Friedrich von M., mit dem Grafen Wilhelm III. zu Wied und Isenburg ging M. an diesen über und sodann wieder an dessen Schwiegersohn, den Grafen von Nuenaar oder Reeuwenaer. Nach dem Aussterben des letztern Geschlechts vermachte die letzte Gräfin, trotz der vertragsmäßigen Ansprüche Kleves, die Grafschaft dem Prinzen Moritz von Oranien, bei dessen Hause sie verblieb, bis nach dem Tode Wilhelms III. von Oranien der König Friedrich I. von Preußen als Herzog von Kleve dieselbe 1702 einziehen und 1707 zum Fürstentum erheben ließ. Im Luneviller Frieden von 1801 wurde M. an Frankreich abgetreten und dem Depart. Roer einverleibt. Durch den Pariser Frieden kam es an Preußen zurück und gehört seit 1857 als selbständiger Kreis von 565 akm mit (1880) 63596 E. zum preuß. Regierungsbezirk Düsseldorf. Vgl. Altgelt, Geschichte der Grafen und Herren von M.» (Düsseld. 1846). Die ehemalige Hauptstadt Mörs ist Station der Linien Hüls-M. der Krefelder und Homberg-M. der Preußischen Staatsbahnen, Sitz eines Landratsamts und eines Amtsgerichts, hat ein altes Schloß, eine große evang. und eine kath. Kirche, ein Gymnasium, ein Schullehrerseminar, ein Denkmal Diesterwegs (7. Okt. 1882 enthüllt), Seiden⸗ und Wollweberei, und zählt (1880) 3869 meist prot. E.