Morsellen (Morsuli, Bissen), länglich vier eckige, harte, aus Zucker bestehende Täfelchen, denen im geschmolzenen Zustande arzneiliche Substanzen zugesetzt wurden. Die sog. Magenmorsellen Glorsuli imperatorii) enthalten Gewürznelken Zimt, ngwerwurzel, Muskatblüte, Galgantwurzel, kleine ardamomen und Muskatnuß und dienen bei Verdauungsschwäche als magenstärkendes Mittel. örser (frz. mortier) heißt diejenige Geschützart, welche zur Ausübung des Vertikalfeuers bestimmt ist. Die Geschosse der M. verlassen die Seele mit verhältnismäßig geringen Geschwindigkeiten, aber unter großen Abgangswinkeln, und haben eine entsprechend steile Einfallsrichtung, sodaß die M. „besonders zum Beschießen horizontaler Ziele oder bvon dicht hinter einer Deckung befindlichen Zielobjekten sich eignen. Entsprechend ihren geringen frelativen Ladungen haben die M. verhältnismäßig kurze Rohre, wodurch zugleich das Nehmen hoher EClevationen erleichtert wird. Die Lafetten der M. werden infolge des mehr in der vertikalen Richtung wirkenden Rückstoßes, dem genügend auszuweichen jene um so weniger im. Stande sind, entweder gar nicht auf Achse und Räder gesetzt, oder man ist gezwungen, letztere beim Schießen außer Thätigkeit glatten M. hatten Rohre von 2½ bis 3 Kaliber Seelenlänge, die im hintern Teil der Seele mit einer zur Aufnahme der Pulverladung dienenden Verengung, der Kammer, versehen waren. Die Schildzapfen saßen am Bodenstück des Rohrs; letzteres hatte weder Visier noch Korn. Die Lafetten besaßen weder Achse noch Räder. Die glatten M. schossen Hohlkugeln, welche gewöhnlich Bomben genannt wurden, und erreichten je nach der Größe des Kalibers Schußweiten von 600 bis 1000 m. Auch hatte man sog. Steinmörser von sehr großem Kaliber, welche zum Fortschleudern größerer Mengen von Steinen oder Kartätichkugeln, auch wohl von kleinern Granaten, bestimmt waren; den bezüglichen Wurf nannte man Rebhühnerwurf, derselbe reichte nur für ganz kurze Schußweiten aus. Die gezogenen M. sind nach ähnlichen Prinzipien, wie die Kanonen des betreffenden Systems, nur in der Seele kürzer (5—6 Kaliber Seelenlänge), konstruiert. Man findet vorherrschend größere Kaliber (15, 21, 24, 28 em), deren Wirkung in der Hauptsache gegen tote Ziele in Betracht kommt. Daneben kommen auch 9 em-Mörser zur Wirkung gegen gedeckte lebende Ziele vor. Soweit die Lafetten Achsen und Räder haben, ruhen sie doch beim Schießen direkt auf den untern Kanten der Lafettenwände. Die M. sind lediglich Geschütze des Festungskriegs; in der Küstenartillerie (s. d.) bilden sie ein wirksames Zerstörungsmittel fürPanzerschiffe, deren Deck gegen das Vertikalfeuer gezogener M. nicht ganz gesichert werden kann, wobei indes die geringe Trefffähigkeit gegenüber den beweglichen Zielen ihre Verwendung sehr einschränkt. (Vgl. weiter unter Geschoß und Geschütz.)