Moselweine heißen Weine, die an den Ufern der Mosel (s. d.), jedoch auch solche, die in deren nächsten Seitenthälern, namentlich an der Saar (s. d.) und in andern Umgebungen gewonnen werden. Bei den auf franz. Gebiete erzeugten oder den lothringischen M. ist die Quantität bedeutender als die Qualität. Die Hauptproduktion der M. fällt auf die preuß. Mosel, das größte Weinland des Staats und eins der bedeutendsten in Deutschland. Dasselbe umfaßt 3750 ha und 40,35 Proz. alles Weinlandes der preuß. Rheinprovinz. Die Produktion wird im Durchschnitt auf 142000 hl geschätzt. Man baut an der deutschen Mosel fast nur Weißweine aus der Elbling⸗, teilweise der Rieslingtraube, die sich durch einen eigentümlichen Erdgeschmack, helle Farbe und oft durch eine feine Blume kennzeichnen. Bei Trier ist der Umfang des Weinbaues noch gering: er beginnt in größerm Maßstabe erst unterhalb Schweich. Von hier bis Burg unterhalb Trarbach wachsen die guten oder Ostmoselweine, weiter abwärts bis Koblenz nur geringe oder Untermoselweine. Die berühmtesten Weinorte sind Grünhausen, Thiergarten, Adelsbach bei Trier; dann, auf der Strecke bis Bernkastel: Laurenziusberg bei Leiwen, Taugarten und Großwingert bei dem Dorfe Pisport oder Piesport (im Kreise Wittlich), Neuberg und Ohligs bei Winterich, Brauneberg bei Dusemond, Bernkastel (Doktorwein); auf der Strecke bis Zell: Graach, Martins⸗ oder Josephshof, Wehlen, Zeltingen, ürzich, Kröv, Trarbach gegenüber Traben, Enkirch, Pünderich, Zell und Merl. Moselblümchen, Muskat-Mosel u. s. w. sind willkürliche Bezeichnungen für mit Salvia sclarea oder Hollunderblüten gewürzten M.