Mosen (Julius), deutscher Dichter, geb. 8. Juli 1803 zu Marieney im sächs. Vogtlande, besuchte das Gymnasium zu Plauen und seit 1822 die Universität zu Jena, wo er sich dem Studium der Rechte widmete. Er beendete dasselbe sodann zu Leipzig, nachdem er die Jahre 1824—26 in Italien zugebracht. Hierauf widmete er sich in seiner Heimat der advokatorischen Praxis, bis er 1831 als Aktuar am Patrimonialgericht Kohren angestellt wurde. Im J. 1834 wandte er sich nach Dresden, wo er als Advokat praktizierte, daneben aber sich poetischen Arbeiten widmete; 1844 folgte er einem Rufe als Dramaturg an das Hoftheater zu Oldenburg, wurde aber bald gänzlich gelähmt und starb in Oldenburg 10. Okt. 1867. Als Dichter trat M. zuerst mit dem „Lied vom Ritter Wahn » (Lpz. 1831) auf, in dem er das Absterben der Leidunenrn Welt und die Sehnsucht nach den Verheißungen des Christentums schildert. Ein Gegenbild hierzu ist das epische Gedicht cAhasvero (Dresd. u. Lpz. 1838). Beide Werke enthalten jedoch zu viel Allegorisches und Symbolisches. Ungleich frischer, volkstümlicher und kraftvoller sind M.s „Gedichter (Opz. 1836; neue Aufl. 1874), von denen unter anderm Andreas Hofery und „Die letzten Zehn vom vierten Regimento Volkslieder geworden sind. Durch die Julirevolution angeregt, lieferte M. ferner ein meisterhaftes Bild aus dem neuern Völkerleben in dem Kongreß von Verona » (2 Bde., Lpz. 1842). Seine «Novellen (Lpz. 1837), denen sich „Die blaue Blume v und „Das Heimwehy in der &Urania v (1840 u. 1844), sowie die Bilder im Moosev (2 Bde., Lpz. 1846) anschließen, ziehen in idyllische Naturbilder eine geheimnisvolle Märchenwelt hinein. Seit 1836 wandte sich M. vorzugsweise dem Drama zu. Er schrieb die Trauerspiele KCola Rienzi v, Die Bräute von Florenzo, «Kaiser Otto III.v, Wend lin und Helenav, welche er in seinem «Theatero (Stuttg. 1842) veröffentlichte. Später kamen hierzu die Trauerspiele „Bernhard von Weimar» (Epz. 1855) und „Der Sohn des Fürstenv (Oldenb. 1858); sodann Johann von Ssterreich' und das Lustspiel „Die Wette v. Einzelne seiner Stücke, namentlich „Otto III.5, haben auch auf der Bühne verdiente Anerkennung gefunden. Eine Ausgabe seiner (Sämtlichen Werker erschien in 8Bänden (Oldenb. 1863—64; neue vermehrte und durch eine Biographie des Dichters von dem Sohn desselben bereicherte Ausg., 6 Bde., Lpz. 1880). Vgl. «Julius M. Eine uhal Salo Stizze (Oldenb. 1878).