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TierreichBrockhaus 1882

Motten bilden unter den Kleinschmetterlingen (Aicrolepidoptéra) eine besondere Gruppe von sehr kleinen Schmetterlingen, die auf den ersten Blick unansehnlich, bei genauerer Betrachtung nicht selten die feinsten Zeichnungen und einen an Gold und Silber erinnernden Farbenglanz gewahren lassen. Die Vorderflügel sind mit langem Fransensaume besetzt, die Hinterflügel breiter, in der Ruhe gefaltet und um den schlanken Leib gerollt. Die sehr kleinen Raupen haben ein madenartiges Ansehen, meist 16 Beine und verpuppen sich zwischen einem Gespinst oder leben auch öfters in einem Gehäuse, welches sie aus zernagten Pflanzen⸗ und Tierstoffen zusammenkleben und mit sich herumschleppen. Manche leben zwischen der Ober- und Unterhaut der Pflanzenblätter und fressen Gänge in denselben (Minierraupen). Die ausschädlich, aber um so mehr ihre Raupen, welche sich teils in wollenen Kleidern, Pelzwerk, Tapeten, Federn u. s. w., teils in Getreidekörnern und auf Pflanzen aufhalten. Zu den erstern gehört die Pelzmotte oder Haarschabe (Tinea pellionella), die Kleidermotte (T. sarcitella) und die Tapeten⸗ oder Kutschenmotte (T. tapezella), deren Raupen in Haarfutteralen leben; zu den letztern die Korn-⸗ m otte oder der weiße Kornwurm (T. granella). Untrügliche Mittel gegen die zuerst genannten M. gibt es nicht; nur unablässige Aufmerksamkeit, häufiges Lüften, Klopfen und Sonnen können die pedrohten Gegenstände schützen. Naturhistor. Sammlungen sucht man durch Arsenik gegen M. zu schützen. Die Kornmotte greift nur aufgespeichertes Getreide an und kann nur durch häufiges Wenden, Töten der Schmetterlinge und Verstreichen aller Ritzen mit Kalk und Teer vertilgt werden. Im Wachs der Waben der Honigbiene lebt die von den Bienenzüchtern sehr gefürchtete Bienenmotte oder Ho-⸗ nig⸗ oder Wachsschabe (Galleria melonella, s. Tafel: Insekten III, Fig. 20). Die auf Obst- und Zierbäumen lebenden zahlreichen Mottenarten, unter welchen besonders die Apfelmotte (Tinen cognatella) häufig ist, sind leicht durch Entfernung der Raupengespinste zu beseitigen. Vgl. Stainton, The natural history of the Tineinao (13 Bde., Lond. 1855—73).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 896Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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