FeedMunkäcs
ErdkundeBrockhaus 1882

Munkäcs, Stadt mit geregeltem Magistrat, Hauptort des Beregher Komitats in Ungarn, in einer reizenden Ebene links am Latorczafluß, Station der Linie Bätyu-M. der Ungarischen Nordostbahn, zählt (1880) 9644 E. (Magyaren, Ruthenen, Deutsche), größtenteils Landwirte und Handwerker, deren Erzeugnisse auf den lebhaften Wochenmärkten guten Absatz finden. Hier ist der Sitz eines griech.Kath. Bischofs, ferner ein Kloster, Gymnasium, Komitatshaus, große Salzniederlage. Ungefähr 4 Em von M. entfernt liegt die 1359 von. Theodor Keriatovich erbaute, auf dem Gipfel eines in der Ebene vereinzelt stehenden Felsens befindliche kleine Festung Munkäcs, die durch ihre Lage und ihre starken Mauern beachtenswert und durch viele Belagerungen berühmt ist. Bekannt ist besonders die Belagerung, welche hier die heldenhafte Helena Zrinyi, die Gemahlin des ungar. Revolutionshauptes Emmerich Tököly (s. d.). durch den österr. Feldherrn Caprara aushielt. Die Festung M. ward erst nach dreijähriger Verteidigung 14. Jan. 1688 übergeben. Seit Anfang des 19. Jahrh. diente sie als Staatsgefängnis (Alexander Yysilantis saß hier 1821—23 gefangen) und ist jetzt Strafanstalt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 935Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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