FeedMax (Cornelius Gabriel)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Max (Cornelius Gabriel), hervorragender Historienmaler, geb. in Prag 23. Aug. 1840, war anfangs Schüler seines Vaters, des Malers und Bildhauers Joseph M. (gest. 1855), der, selbst aus einer alten Bildhauerfamilie stammend, sowohl in diesem Kunstzweig als in der Malerei thätig war. Er besuchte dann die Akademien in Prag und Wien und begab sich 1863 zu Piloty nach München. Die Richtung und Stoffwahl M.' erregte von Beginn an großes Aufsehen durch die phantastische und dabei sentimental-geistreiche Tendenz, mit der er sich mit Vorliebe düstern und elegischen Gegenständen zuwendet. Er pflegt in seinen Schöpfungen einen förmlichen Kultus des Todes, der Schauer⸗ und Grabromantik, wie schon seine 1862 in Wien erschienenen 13 Illustrationen zu berühmten Musikkompositionen darthaten. Edler als diese Gebilde wirkten seine christliche Märtyrerin (auch Sankta Juliana), die Walpurgisnacht-Erscheinung, das Frühlingsmärchen. Zu reinerer Poesie erhebt sich M. in seiner Lampenverkäuferin in den röm. Katakomben und in dem Bilde: ein Gruß (Scene aus dem röm. Amphitheater während der Christenverfolgung); dagegen tragen die Gemälde: toter Orang-Utang, die Kindesmörderin, Verblüht (auf der wiener Weltausstellung), den Stempel krankhafter Sentimentalität, verbunden mit Effekthascherei, welche in dem Kopf Christi auf dem Schweißtuch der heil. Veronika (der, je nach dem nähern oder fernern Standpunkt des Beschauers, die Augen geschlossen oder geöffnet hat) bis zur Spielerei herabgesunken erscheint. Fernere Gemälde sind: der Geistesgruß, Suleika, Jeanne d'Arc auf dem Scheiterhaufen. Maxau, Weiler im bad. Kreis Karlsruhe, am Rhein, gegenüber dem bayr. Weiler Maximiliansau, ist Station der Linie Karlsruhe-M. der Badischen Staatsbahnen, hat eine Badeanstalt und einen Hafen für Kohlenschiffe und zählt 110 E. Seit 1865 führt hier eine 363 m lange Eisenbahnschiffbrücke über den Rhein.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 540Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 6

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Bildende Kunst 6