Münter (Balthasar), Kanzelredner und geistlicher Liederdichter, geb. zu Lübeck 24. März 1735, studierte Theologie in Jena und wurde hier 1757 Privatdocent. Im J. 1760 kam er als Prediger nach Gotha, 1763 als Superintendent nach Tonna und 1765 als Hauptprediger an die deutsche Petrigemeinde nach Kopenhagen, wo er 5. Okt. 1793 starb. Unter den zahlreichen Predigtsammlungen, die er herausgab, zeichnen sich die Vorträge über die Reden Jesu nach den vier Evangelisten aus. Seine geistlichen Lieder (zwei Sammlungen, 1773 und 1774) ragen unter denen der Gellert-Cramerschen Schule hervor, deren Schwächen sie teilen. Im J. 1772 wurde ihm die traurige Pflicht, den unglücklichen Grafen Struensee (s. d.) zum Tode auf dem Blutgerüst vorzubereiten, dessen Bekehrungsgeschichtex (Kopenh. 1772) er herausgab, die ihn berühmter machte als alle seine übrigen Schriften. Seine Tochter war die als Schriftstellerin bekannte Friederike Sophie Christiane Brun (s. d.).