FeedGötz (Joh. Nikol.)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Götz (Joh. Nikol.), deutscher Dichter, geb. 9. Juli 1721 zu Worms, studierte seit 1739 Theologie zu Halle, wo ihn gleiche Neigung mit Uz und Gleim befreundete. Seit 1742 Hauslehrer bei dem Freiherrn von Kalckreuter, Kommandanten von Emden, wurde er 1744 durch die verwitwete Gräfin von Strahlenheim als Schloßprediger nach Forbach in Lothringen berufen. Zugleich Führer der in franz. Diensten stehenden Enkel der Gräfin, lebte er abwechselnd in Saarlouis, Metz und Straßburg und begleitete sodann seine Zöglinge 1746 auf die Akademie nach Lunéville; 1747 wurde er Feldprediger bei dem Regiment Royal-Allemand, 1748 Pfarrer zu Hornbach im Zweibrückischen, 1754 Oberpfarrer und Inspektor in Meisenheim und 1761 Pfarrer und Konsistorialassessor in Winterburg. Daselbst verblieb er auch, nachdem Winterburg 1766 an Baden-Durlach übergegangen, als Superintendent der evang.⸗Iuth. Kirchen und Schulen des Oberamtes Kirchberg und der Amter Winterburg und Sprendlingen (seit 1776), bis er 4. Nov. 1781 daselbst starb. Am besten gelang G. das scherzhafte und empfindungsvolle Lied; doch lieferte er auch mehrere gute Oden, Elegien, Idyllen, poetische Erzählungen und Sinngedichte. Die Hauptvorzüge seiner lyrischen Arbeiten, denen es freilich an Tiefe fehlt, be-Nich in zarter Empfindung und Sinnigkeit, in Nelodie des Verses und Reinheit und Korrektheit der Sprache. Mit Ausnahme der frühern Gedichte, welche er teils im Anhange zu seiner mit Uz' Beihilfe gearbeiteten Übersetzung des Anakreon (Frankf. 1746; 2. vermehrte und verbesserte Aufl., Karlsr. 1760), teils in einer anonym herausgegebenen Sammlung («Gedichte eines Wormsers », o. O. 1752) veröffentlicht hat, sind seine Dichtungen bei seinem Leben nur zerstreut in verschiedenen Zeitschriften, Anthologien u. dgl., und zwar sämtlich anonym erschienen. Sein gesamter dichterischer Nachlaß wurde, G.' Willen 15 4 seinem Freunde Ramler übergeben, der ihn als Vermischte Gedichte von G. (3 Bde., Mannh. 1785) in einer Auswahl herausgab, wobei sich jedoch Ramler manche Veränderungen erlaubte. J. H. Voß, «über G. und Ramler. Kritische Briefe: (Mannh. 1809). Außer der metrischen Übersetzung Anakreons und der Sappho sind von G. auch prosaische übertra-Litct von Gressets Vert-Verty (1752, unter dem itel KPaperley) und Montesquieus «Tempel zu Gnidoso (1759) anonym erschienen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 244Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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