Goltz (Herm., Freiherr von der), prot. Theolog, besonders genannt wegen seiner Uichenpolit. Thaätigkeit, wurde geb. zu Düsseldorf 17. März 1835 als der Sohn des preuß. Oberstlieutenants Alexander Freiherr von der G., erhielt seine Vorbildung auf dem Gymnasium zu Koblenz und studierte Herbst 1853 bis Ostern 1858 Theologie in Erlangen, Berlin, Tübingen und Bonn. Von 1858 bis 1861 war G. meist in der franz. Schweiz und in Frankreich teils als Lehrer, teils auf Studienreisen beschäftigt und veröffentlichte Die reform. Kirche Genfs im 19. Jahrh.v (1861, auch französisch). Von 1861 bis 1865 bekleidete G. das Amt eines Predigers bei der preuß. Gesandtschaft in Rom, siedelte aber dann als außerord. er Zeit der Theologie nach Basel über. In dieser Zeit veröffentlichte er einen Cyklus von Vorträgen: 4Gottes Offenbarung durch heilige Geschichte (Bas. 1868) und außer mehrern Abhandlungen ascetischen und kirchenpolit. Inhalts den ersten Band eines größern dogmatischen Werks: „Die christl. Grundwahrheitenv (Gotha 1873). Im J. 1870 zum ord. Professor ernannt, hielt G. 1872 als Rektor der Universität Basel die vielfach angefochtene Rede über «Die sittliche Wertschätzung polit. Charaktere⸗ (Deutsche Blätterv, 1872). Ostern 1873 nach Bonn berufen, vertrat G. hier die systematischen Disciplinen. Abgesehen von kleinen Abhandlungen über Die Grenzen der kirchlichen Lehrfreiheito, Die Familier, gab er 1874 und 1875 mit Wach in zwanglosen Heften die «Synodalfragen, zur Orientierung über die bevorstehende Synode heraus. An den Verhandlungen der außerordentlichen Generalsynode von 1875 nahm G. als Deputierter der theol. Fakultät zu Bonn regen Anteil. Kur nach Schluß der Synode erhielt G. einen Ruf 119 Berlin als Propst zu St. Petri, Oberkonsistoria rat, ordentliches Mitglied des Evangelischen Oberkirchenrats und ord. Honorarprofessor an der theol. Fakultät, welche Stellung er im Mai 1876 antrat. Im J. 1883 wurde er ordentliches Mitglied der theol. Fakultät. Er veröffentlichte noch eine Sammlung von Predigten: Tempelbilder aus dem Leben des Herrn Jesu (2. — Berl. 1879).