FeedMurray oder Gulwa
ErdkundeBrockhaus 1882

Murray oder Gulwa, der größte Strom des austral. Kontinents, entspringt in den austral. Alpen bei Mount⸗-Leinster, fließt zuerst in nordwestl., dann westl. und endlich in südl. Richtung, bildet in seinem Ober- und Mittellaufe die Grenze zwischen Neusüdwales und Victoria, durchströmt in seinem Unterlaufe die Kolonie Südaustralien und mündet hier bei Wellington in den See Alexandrina, auch Victoriasee (bei den Eingeborenen Kayinga) genannt. Aus diesem See führt ein, selbst nicht für Boote fahrbarer Kanal in die Encounterbai des Stillen Oceans, in welche der Fluß flach, hafen⸗ und schutzlos mündet. Der M. erstreckt sich in seiner Gesamtfläche über 9 Längengrade (von 148⁵bis 139 l Länge von Greenwich); seine Länge ist 1632 Kkm. Er sammelt alle Gewässer Ost-und Südaustraliens, sowie der Kolonie Victoria, diesseit des Küstengebirges von 25 bis 37 südl. Br. Sein Stromgebiet umfaßt 669300 akm. Seine bemerkenswertesten rechten Zuflüsse sind der Darling, der Murrumbidschi und der Edward, ferner links der Ovens, der Goulburn, der Campaspe, der Loddon u. a. Eigene Flußsysteme für sich bilden der 2150 km lange und 1124 km schiffbare Murrumbidschi und der 2440 km lange, auf 1290 km schiffbare Darling. Dem M. eigentümlich ist ein an seinen Ufern streckenweise auftretendes, völlig wasserloses, fast undurchdringliches Wüstenland, das sog. Malleeland oder der Murray Serub, ein hauptsächlich von dem Malleebaum (Eucalyptus dumosa) bestandenes Dickicht, dessen Boden aus tiefem, fast weißem Sand oder hartem, rötlichem Thon besteht, auf dem sonst nur noch das sog. Stachelschweingras (Triodia irritans) wächst. Der M. aufwärts bis zu der Stadt Albury, sowie zeitweilig ein Teil des Murrumbidschi und des Darling werden von flachen Dampfbooten befahren. Kurz vor seinem Ausfluß in den Alexandriasee ist der M. für größere Schiffe fahrbar.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 953Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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