Ruyter (spr. Reuter, Michiel Adriaanszoon de), holländ. Seeheld, geb. 1607 zu Vliessingen, wurde zu einem Seiler in die Lehre gebracht, lief aber davon und nahm Dienste auf einem Schiff, wo er bald Gelegenheit fand, sich hervorzuthun. Vom Matrosen (1622) bis zum Lieutenant-Admiral-General alle mCalenter durchlaufend, verdankte er allein seinem Talent und Eifer die Erhebung aus niedrigem Stande. Als 1641 Holland Portugal gegen Spaniens furchtbare Macht unterstützte, befehligte R. als Kontreadmiral mit Auszeichnung die abgesendete Hilfsmacht. Nicht minder ruhmvoll waren seine Züge gegen die afrik. Raubstaaten. Im Kriege zwischen Holland und England 1642 befehligte er unter Tromp. Nach dem Frieden von 1655 kreuzte er gegen die Korsaren im Mittelmeer, wo er mehrere türk. Schiffe eroberte und den berüchtigten Renegaten Armand de Dias gefangen nahm. Der König von Dänemark, dem er im Kriege gegen Schweden beistand, erhob ihn in den Adelsstand. Als der Krieg mit England von neuem drohte, übertrug man ihm den Oberbefehl der Flotte. In dieser Eigenschaft kämpfte er 1666 in drei großen Seeschlachten im Kanal, lief in die Themse ein und nötigte England 1667 zu dem Frieden zu Breda. Auch in dem dritten Kriege mit England und zugleich mit Frankreich triumphierte Holland durch R.s Geist und Mut, indem die holländ. Flotte 1673 über die verbundene englisch-französische den Sieg erkämpfte. Zur Unterstützung der Spanier in Sicilien mit einer Flotte von der Republik entsendet, kämpfte er tapfer gegen die sehr überlegene Macht der Franzosen, bis er 1676 in einem Treffen bei Messina durch einen Kanonenschuß den Fuß verlor und bald darauf 29. April in Syrakus an dieser Wunde starb. Sein Leichnam wurde nach Amsterdam gebracht, wo man ihm ein Denkmal in der Neuenkirche errichtete. Im J. 1856 wurde auch ein Standbild R.s (von Strackee) im Admiralitätshause zu Rotterdam aufgestellt. Vgl. Klopp, «Admiral de R.y (Hannov. 1852).