FeedSaanen (frz. Gessenay)
ErdkundeBrockhaus 1882

Saanen (frz. Gessenay), großes Pfarrdorf, Hauptort des gleichnamigen Bezirks (240 qkm, 5122 E.) des schweiz. Kantons Bern, liegt 1021 m über dem Meere in breitem Wiesenthale auf dem rechten Ufer der Saane und zählt (1880) als Gemeinde 3786 E., deren Haupterwerbsquelle, die Alpenwirtschaft, vorzügliche Käse (Saanenkäse und ESTd für den Erport liefert. Mit Thun 55 km) und Bulle (40 km) ist es durch die Postraße des Simmen⸗ und Saanethals verbunden, welche 4,5 km nordöstlich vom Dorfe auf der Höhe der Saanenmöser (1283 m) die Wasserscheide zwichen der Simme und der Saane überschreitet. ei S. zweigt von dieser Straße südlich die Fahrstraße über den Pillon ab. Der Bezirk Saanen umfaßt das obere Thal der Saane vom Sanetschpaß bis zur Ruine der Burg Vanel, die zugleich die Sprachscheide und die Grenze des bernischen und waadtländischen Teils (Pays d'enhaut) der alten Landschaft Saanen bezeichnet. Im Mittelalter zur 1selde 195 7½ (. Gruyere) gehörig, kam dieselbe 1555 an Bern, dessen Vögte des Saanenlandes bis 1798 in der alten Cluniacenserabtei Rougemont, 4 km westlich von S., residierten. Einer der letzten Landvögte war Joh. Victor von Bonstetten, der hier 1779 seine Briefe über ein schweiz. Hirtenlando schrieb.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 46Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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